Informationen zu Iodid-haltigen Arzneimitteln

Informationen zu Iodid-haltigen Arzneimitteln

 

Berichte aus der Ukraine sind in allen Medien zu hören und mit ihnen auch die Angst vor atomaren Verseuchungen.

Der Wunsch sich davor schützen zu wollen ist nachvollziehbar, leider aber auch schwierig.

Wir möchten daher von Seiten der Apotheke einige Gedanken zu Kaliumiodid abgeben:

Kaliumiodid, wie es für die tägliche Substitution im Rahmen einer Schilddrüsenerkrankung oder Schwangerschaft verwendet wird, liegt im Bereich von 100-200 Mikrogramm pro Tag in einer kontinuierlichen Therapie. Dies sorgt dafür, dass der Schilddrüse jederzeit die Menge Jod zur Verfügung steht die benötigt wird um eine ausreichende Versorgung mit Schilddrüsenhormonen sicherzustellen. Es handelt sich um einen sehr komplexen Regelkreis mit dem der menschliche Körper sowohl eine Über-, als auch Unterversorgung mit diesen Hormonen durch verschiedene Rückkopplungssysteme vermeidet.

Im Gegensatz dazu wirkt eine einmalige hohe Dosis Kaliumiodid hemmend bis stoppend auf die Schilddrüsenfunktion. Hier werden Dosen eingesetzt, die um mehrere Zehnerpotenzen von den üblichen Gaben abweichen. Dies hat zur Folge, dass der komplexe Regelkreis abrupt unterbrochen wird und die Schilddrüse ihre Arbeit nahezu einstellt.  Dies ist in der Praxis ebenso unsanft wie es klingt. Die Aufnahme von radioaktivem Iod in die Schilddrüse kann damit wirksam unterbunden werden. Leider ist dies jedoch von verschiedensten Limitierungen geprägt.
Zum einen handelt es sich nur um einen sehr kurzen Zeitraum von wenigen Stunden, in dem eine Wirkung möglich ist.
Zum anderen können alle anderen Probleme, die sich aus der Strahlenbelastung oder anderen radioaktiven Ionen ergeben in keiner Weise beeinflusst werden.
Der durch diese Faktoren stark eingeschränkten Wirksamkeit stehen starke Nebenwirkungen der Jodblockade durch Störung des komplexen Regelkreises gegenüber.
Neben der seltenen echten Iodallergie, ist insbesondere das Risiko einer Hyperthyreose zu beachten, also einer Überfunktion der Schilddrüse, was schwere Stoffwechselstörungen nach sich ziehen kann. Im Gegenteil dazu neigen Kinder nach Jodblockade eher zu Hypothyreosen, also einer Unterfunktion mit ebenso weitreichenden Störungen.

Mit zunehmendem Alter sinkt der Nutzen einer solchen Therapie, da die Schilddrüse im Alter immer weniger geneigt ist durch die Einlagerung von radioaktivem Iod echte Probleme zu entwickeln. Demgegenüber steht das mit dem Alter steigende Risiko von langfristigen Schäden am Schilddrüsen-Regelkreis. Dies führt in der Fachwelt zur entscheidenden Frage bis zu welchem Alter der Nutzen einer Einnahme von sehr hoch dosierten Iodtabletten die Risiken überwiegt. Je nach Schilddrüsenstatus und Jodzustand wird meist ein Alter von rund 45 Jahren als Richtwert  angesehen. Darüber ist der Schaden größer als der Nutzen.

Entscheidend ist also die einmalige, nur zur Not wiederholte Einnahme von korrekt dosierten Präparaten zur genau richtigen Zeit im richtigen Alter.

Dies macht die gelegentlich propagierte vorbeugende Einnahme nicht nur unnötig, sondern auch gefährlich.

Abschließend sei erwähnt, dass eine unterdosierte Einnahme von Iod im Nuklearfall auch das genaue Gegenteil bewirken kann:

Menschen mit vorbestehendem Jodmangel nehmen dann besonders viel radioaktives Jod auf und verschlechtern damit die Situation ihrer Schilddrüse.

Aus diesem Grunde:

Achten Sie auf die Anweisungen Ihres Arztes und nehmen Sie Jod nur in der Menge und Art ein wie es Ihnen empfohlen wurde.

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